Funktionen von Metropolregionen

Während in vielen Analysen die Bevölkerungszahl als wichtiges Kriterium herangezogen wird, folgt die deutsche Diskussion dem Ansatz von Hans-Heinrich Blotevogel, der Metropolregionen nach Metropolfunktionen definiert und betrachtet. Dieser Ansatz wurde im Rahmen der Diskussion um die neuen Leitbilder der Raumordnung durch Bund, Länder und die deutschen Metropolregionen weiter entwickelt.

  • Die Entscheidungs- und Kontrollfunktion einer Metropolregion richtet sich nach der Zahl und Bedeutung von Entscheidungszentren der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und der Finanzwelt.
  • Die Innovations- und Wettbewerbsfunktion drückt sich durch die Generierung technisch-wissenschaftlicher, sozialer und kultureller Innovationen aus, gemessen z.B. durch die Zahl der Studierenden an Hochschulen, die Anzahl von Sonderforschungsbereichen oder die Besucher von Theatern.
  • Die Gatewayfunktion hebt auf die Einbindung der Metropolregionen und nationale und internationale Waren-, Personen und Informationsströme ab. Indikatoren sind z.B. Abfahrten von Hochgeschwindigkeitszügen, Passagiere an Flughäfen, Güterumschlag, Messebesucher und Verlage.

Diese Funktionen geben ein Abbild der Leistungsfähigkeit und internationalen Einbindung der Metropolregionen, dienen aber auch der Schwachstellenanalyse, um Strategien für Politik und Public-Private-Partnerships zu entwickeln.

Metropolregionen

sollen zur Erreichung von Wachstum und Innovation in einer Wissensgesellschaft einen besonderen Beitrag leisten. Strategien für und in Metropolregionen sollen sich konzentrieren auf

  • den gezielten Ausbau der großräumig bedeutsamen Verkehrsinfrastruktur zur interregionalen Vernetzung der Metropolregionen einschließlich der Ausstrahlungseffekte auf das Umland,
  • die Wahrnehmung gemeinsamer Verantwortung in großen Verflechtungsräumen durch "bottom-up"-Prozesse für stabile regionale Organisationsformen und wachsende Steuerungskompetenz,
  • die Förderung der europäischen Perspektive der Metropolregionen durch Internationalisierung in den Regionen und Präsenz auf der europäischen und internationalen Bühne und
  • die Etablierung von Räumen und Netzen der Wissensgesellschaft durch Bündelung und Vernetzung von Innovationsförderung sowie regionales Wissensmanagement.