Hintergrund

Der Ansatz der Europäischen Metropolregionen in Deutschland

Der Ansatz der Europäischen Metropolregionen in Deutschland bildete sich erst ab den 1990er Jahren heraus, zuvor war die "Stadtlandschaft" Deutschlands in Politik und Planung traditionell von Oberzentren, Verdichtungsräumen und Ballungszentren geprägt. Die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) kennzeichnete zunächst sieben große Verdichtungsräume mit herausragender nationaler und internationaler Bedeutung und Rolle im Städtesystem als Metropolregionen und bezeichnete sie als "Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung mit guter Erreichbarkeit auf europäischer und internationaler Ebene und weiter Ausstrahlung auf das Umland."

Mit dem Raumordnungsbericht 2005 und der Neuformulierung der Leitbilder und Handlungsstrategien der Raumentwicklung in Deutschland durch die MKRO 2006 erhielt der Ansatz der Metropolregionen Ausformung. Es wurden nun die elf Metropolregionen benannt, die heute im Initiativkreis Europäische Metropolregionen in Deutschland IKM zusammengeschlossen sind.

In der Neufassung der "Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland" hat die MKRO im März 2016 die Bedeutung der Metropolregionen für die Raumentwicklung erneut hervorgehoben.

Die Leitbilder und Handlungsstragien der Raumentwicklung in Deutschland (2016)

konzentrieren sich auf die Themen

  • Wettbewerbsfähigkeit stärken
  • Daseinsvorsorge sichern
  • Raumnutzung steuern und nachhaltig entwickeln
  • Klimawandel und Energiewende gestalten.

 

Das Leitbild "Wettbewerbsfähigkeit stärken" strebt danach, allen Regionen und Teilräumen die Chance zu geben, sich dauerhaft wettbewerbs- und zukunftsfähig zu entwickeln. In diesem Leitbild wird die Weiterentwicklung der Metropolregionen gefordert und es werden entsprechende Handlungsansätze formuliert:

  • Unterstützung der Metropolregionen durch eine
    stärkere Berücksichtigung in den nationalen und EUFachpolitiken
    und bei den EU-Strukturfonds
  • Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der deutschen metropolitanen Grenzregionen im Initiativkreis metropolitaner Grenzregionen (IMeG) und ihrer Partnerregionen
    jenseits der Grenze
  • Förderung und Kommunikation der Internationalisierung von Behörden, Verbänden und Unternehmen
  • Ausschöpfen der Chancen, die sich durch internationale Migration und gesellschaftliche Integration ergeben
  • Erhöhung der Präsenz der Metropolregionen auf der europäischen und internationalen Ebene
  • Erarbeitung und Verbreitung von international vergleichenden Benchmarkings durch die Metropolregionen selbst
  • Förderung von Kooperationsprozessen in und zwischen Metropolregionen sowie mit außerhalb gelegenen Räumen
  • Stärkung und Nutzung der Potenziale in ländlichen und strukturschwachen Räumen innerhalb der Metropolräume
  • Langfristige Sicherung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume mit ihren vielfältigen Teilräumen als Lebens-, Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum,
    insbesondere Erhaltung der Städte und Dörfer als attraktive Wohn- und Arbeitsorte

 Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland (PDF)